Europäische Umfrage zeigt großes Interesse am Datenaustausch – Vertrauen und praktische Kompetenzen bleiben zentrale Herausforderungen

Apr. 15, 2026 | Nachrichten

Im Rahmen des Projekts VET4DATACOOPERATION wurde der Bericht zur Bedarfsanalyse erfolgreich fertiggestellt. Er liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, wie europäische Unternehmen der Fertigungsindustrie den Datenaustausch wahrnehmen, welche Faktoren einer breiteren Einführung im Wege stehen und welche Kompetenzen am dringendsten benötigt werden, um den Übergang zu einer vertrauenswürdigen industriellen Datenzusammenarbeit zu beschleunigen.

Im Rahmen der Studie, die zwischen dem 26. Januar und dem 15. März 2026 durchgeführt wurde, wurden die Meinungen von 97 europäischen Befragten erfasst, die vorwiegend aus Deutschland, Österreich, der Slowakei und Nordmazedonien stammten. Die Teilnehmer vertraten Unternehmen aus der Fertigungsindustrie, Forschungseinrichtungen, Anbieter beruflicher Bildung, Branchenverbände und Politikexperten und vermittelten so ein umfassendes Bild vom aktuellen Stand des Datenaustauschs im gesamten Fertigungsökosystem.

Starkes strategisches Interesse – doch die Umsetzung hinkt noch hinterher
Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe die strategische Bedeutung des Datenaustauschs zunehmend erkennen. Fast 64 % der Befragten sind der Ansicht, dass die Unternehmensleitung eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Bereich Daten als entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die nächsten drei bis fünf Jahre betrachtet.

Diese strategische Zielsetzung spiegelt sich jedoch noch nicht vollständig in der täglichen Geschäftspraxis wider. Obwohl Unternehmen das Potenzial einer gemeinsamen Datennutzung erkennen, tauschen derzeit weniger als die Hälfte von ihnen Betriebsdaten mit externen Partnern aus. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele Unternehmen nach wie vor nach praktischen Wegen suchen, ihre strategische Vision in sichere und effektive Lösungen für den Datenaustausch umzusetzen.

Vertrauen bleibt die größte Herausforderung
Interessanterweise zeigt die Umfrage, dass die größten Hindernisse nicht in erster Linie technologischer Natur sind. Stattdessen machen sich Unternehmen vor allem Sorgen um:

  • den Schutz geistigen Eigentums und die Wahrung der Kontrolle über Unternehmensdaten,
  • das Fehlen eines klaren Business Case,
  • Unsicherheit hinsichtlich rechtlicher und governancebezogener Anforderungen,
  • begrenzte finanzielle Anreize für die Teilnahme an Initiativen zum Datenaustausch.

Diese Erkenntnisse zeigen, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der Daten nicht nur von der Technologie abhängt, sondern auch von Vertrauen, Governance und einer klaren Wertschöpfung.

Praktisches Wissen ist besonders gefragt
Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Analyse ist die wachsende Nachfrage nach praxisorientierten, unternehmensbezogenen Schulungen. DieBefragte zeigten das größte Interesse an folgenden Themen:

  • Datensouveränität und vertrauenswürdiger Datenaustausch,
  • Anwendungsfälle aus der Industrie und Beispiele aus der Praxis,
  • rechtliche Rahmenbedingungen und Vereinbarungen zur Datennutzung,
  • sichere technische Architekturen und Datenkonnektoren,
  • Geschäftsmodelle, Kapitalrendite (ROI) und Wertschöpfung,
  • KI, prädiktive Analytik, digitale Zwillinge und zukünftige Datenräume.

Über alle Themen hinweg betonten die Teilnehmer immer wieder den Bedarf an praktischen Leitlinien, die vier wesentliche Fragen beantworten:

  • Ist der Datenaustausch rechtlich unbedenklich?
  • Ist dies technisch machbar?
  • Schafft dies einen echten geschäftlichen Mehrwert?
  • Ist dies für meine Organisation machbar?

Von den Anforderungen der Industrie zur praxisorientierten Ausbildung
Die Ergebnisse der Bedarfsanalyse bestätigen direkt den Ausbildungsansatz des Projekts VET4DATACOOPERATION.

Auf der Grundlage der ermittelten Prioritäten entwickeln die Projektpartner derzeit fünf praxisorientierte Schulungsmodule zu folgenden Themen:

  • Grundlagen des Datenaustauschs in der Fertigungsindustrie und Gaia-X
  • Daten-Governance, rechtliche Rahmenbedingungen und Vereinbarungen zur Datennutzung
  • Technische Architektur, sicherer Datenaustausch und Einsatzbereitschaft
  • Geschäftsmodelle, ROI und Wertschöpfung durch Datenaustausch
  • Organisatorische Bereitschaft, Skalierung und zukünftiges Wachstum

Diese Module werden Fachkräften aus der Fertigungsindustrie, KMU, Anbietern beruflicher Bildung und anderen Akteuren das Wissen und die Fähigkeiten vermitteln, die erforderlich sind, um selbstbewusst an vertrauenswürdigen Ökosystemen für den Datenaustausch teilzunehmen.

Erfahren Sie mehr
Der Bericht zur Bedarfsanalyse liefert wertvolle Erkenntnisse über den aktuellen Stand des Datenaustauschs in der europäischen Fertigungsindustrie und ermittelt die Kompetenzen, die erforderlich sind, um dessen volles Potenzial auszuschöpfen.