How data sharing creates new business opportunities in manufacturing

Juli 20, 2026 | Nachrichten

Traditionell haben produzierende Unternehmen Wert vor allem durch die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf physischer Produkte geschaffen. Heute unterliegt dieses Modell einem raschen Wandel. In dem Maße, wie sich die Fertigung zunehmend digitalisiert, entwickeln sich Daten zu einem strategischen Unternehmenswert, der völlig neue Produkte und Dienstleistungen ermöglicht.

Der vertrauenswürdige Datenaustausch entwickelt sich zunehmend zu einem Innovationsmotor und zu einer Grundlage für neue Geschäftsmodelle.

Daten als Unternehmenswert

Jeder Fertigungsprozess liefert wertvolle Daten, angefangen bei der Produktionsleistung und dem Maschinenstatus bis hin zu Informationen aus den Bereichen Logistik, Instandhaltung, Qualitätskontrolle und Produktlebenszyklus.

Wenn Unternehmen ausgewählte Daten sicher an vertrauenswürdige Partner weitergeben, können sie diese Informationen in neue Dienstleistungen, ein besseres Kundenerlebnis und zusätzliche Umsatzmöglichkeiten umwandeln und dabei die volle Kontrolle über ihre Daten behalten.

Die Frage verlagert sich zunehmend von „Sollten wir Daten weitergeben?“ hin zu „Welche Daten sollten wir weitergeben, an wen, unter welchen Bedingungen und wie können wir daraus einen Mehrwert schaffen?“.

Von Produkten zu datengestützten Dienstleistungen

Eine der bedeutendsten Veränderungen, die durch den Datenaustausch ermöglicht wird, ist der Übergang vom Verkauf von Produkten zur Bereitstellung kontinuierlicher Dienstleistungen.

Anstatt lediglich eine Maschine zu liefern und die Kundenbeziehung damit zu beenden, können Hersteller nun Folgendes anbieten:

  • Dienstleistungen im Bereich der vorausschauenden Instandhaltung;
  • Fernüberwachung und -diagnose;
  • Leistungsoptimierung;
  • Beratung im Bereich Energieeffizienz;
  • Nutzungsabhängige Wartungsverträge;
  • Digitale Unterstützung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.

Diese datengestützten Dienstleistungen schaffen sowohl für Kunden als auch für Hersteller einen dauerhaften Mehrwert und stärken gleichzeitig langfristige Geschäftsbeziehungen.

So kann beispielsweise ein Maschinenhersteller mithilfe sicher weitergegebener Betriebsdaten über den einmaligen Verkauf von Anlagen hinausgehen und vorausschauende Wartung oder Leistungsoptimierung als wiederkehrende Dienstleistungen anbieten. Der Kunde profitiert von geringeren Ausfallzeiten, während der Hersteller eine längerfristige Servicebeziehung aufbaut und neue Umsatzmöglichkeiten erschließt.

Neue Geschäftsmodelle, die auf Zusammenarbeit basieren

Der Datenaustausch ermöglicht es Organisationen zudem, auf neue und stärker integrierte Weise zusammenzuarbeiten. Unternehmen können gemeinsam folgende Bereiche entwickeln:

  • gemeinsam genutzte digitale Dienste;
  • Plattformen für kollaborative Innovation;
  • industrielle Datenräume;
  • digitale Marktplätze;
  • unternehmensübergreifende Analyselösungen.

Anstatt sich ausschließlich über Produkte zu behaupten, konkurrieren Unternehmen zunehmend über Ökosysteme, die Fachwissen, Technologie und vertrauenswürdige Daten miteinander verbinden.

Schaffung von wirtschaftlichem Mehrwert aus Daten

Daten können auf vielfältige Weise wirtschaftlichen Mehrwert schaffen, und der direkte Verkauf von Daten ist nur ein möglicher Ansatz. In der Fertigungsindustrie können Unternehmen Daten nutzen, um bestehende Abläufe und Produkte zu verbessern, neue Dienstleistungen zu entwickeln und neue Einnahmequellen zu erschließen.

Beispiele hierfür sind:

  • die Verbesserung von Produkten anhand von Erkenntnissen aus der Kundennutzung;
  • Senkung der Betriebskosten mithilfe prädiktiver Analysen;
  • Anbieten hochwertiger digitaler Dienste;
  • Entwicklung von abonnementbasierten Lösungen;
  • damit Partner auf der Grundlage gemeinsam genutzter Daten Mehrwertdienste entwickeln können.

Die Geschäftsmöglichkeit liegt daher nicht lediglich in den Daten selbst, sondern darin, wie Hersteller und ihre Partner diese nutzen, um bessere Lösungen zu entwickeln, den Kunden einen Mehrwert zu bieten und neue Umsatzmöglichkeiten zu erschließen.

Datenökosysteme und plattformbasierte Geschäftsmodelle

Digitale Plattformen und Datenökosysteme eröffnen Herstellern, Lieferanten, Kunden, Technologieanbietern und Dienstleistungsunternehmen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der Entwicklung datengestützter Dienste.

Sie ermöglichen einen vertrauenswürdigen Datenaustausch und gestatten es den Beteiligten gleichzeitig, die Kontrolle über ihre eigenen Daten zu behalten. Ein zentraler Grundsatz ist die Datenhoheit: Unternehmen können selbst bestimmen, wer zu welchem Zweck und unter welchen Bedingungen auf ihre Daten zugreifen darf.

Solche Kooperationsmodelle können Unternehmen dabei helfen, neue Partner zu gewinnen, skalierbare digitale Dienste zu entwickeln, Innovationen voranzutreiben und neue Märkte zu erschließen. Zudem bieten sie verschiedenen Organisationen die Möglichkeit, sich ergänzende Daten, Fachkenntnisse und Dienstleistungen zu bündeln, um einen Mehrwert zu schaffen, der allein nur schwer zu erzielen wäre.

Europäische Initiativen wie Gaia-X tragen gemeinsam mit der Entwicklung sektoraler und industrieller Datenräume dazu bei, Rahmenbedingungen für einen vertrauenswürdigen, interoperablen und souveränen Datenaustausch zwischen Organisationen zu schaffen.

Wertschöpfung für KMU

Der Datenaustausch ist nicht nur für große Industriekonzerne von Bedeutung. Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können davon profitieren, indem sie über digitale Ökosysteme neue Märkte erschließen, an gemeinschaftlichen Innovationsprozessen teilnehmen, spezialisierte datengestützte Dienstleistungen anbieten, ihre Kundenbeziehungen verbessern und ihre betriebliche Effizienz steigern.

Insbesondere für KMU kann eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Datenbereich Zugang zu Daten, Fachwissen, digitalen Infrastrukturen und Geschäftsnetzwerken bieten, die sich eigenständig nur schwer aufbauen lassen. Durch die Einbindung in kollaborative Datenökosysteme können KMU ihr Fachwissen mit den Kompetenzen anderer Partner bündeln, was ihnen dabei hilft, Innovationen voranzutreiben, neue Kunden zu erreichen und neue Dienstleistungen sowie Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.

Gemeinsam genutzte Daten in greifbaren Mehrwert verwandeln

Der wahre Wert des Datenaustauschs zeigt sich dann, wenn Hersteller und ihre Partner im Ökosystem die gemeinsam genutzten Daten in umsetzbare Erkenntnisse, neue Dienstleistungen und messbare Vorteile für die Kunden umwandeln. Maschinendaten können beispielsweise dabei helfen, Ausfälle von Anlagen vorherzusagen und eine vorausschauende Instandhaltung zu ermöglichen, wodurch Ausfallzeiten reduziert und gleichzeitig wiederkehrende Serviceumsätze generiert werden. Energieverbrauchsdaten können Optimierungsdienste unterstützen, die die Kosten für die Kunden senken, während Daten zum Produktlebenszyklus die Rückverfolgbarkeit verbessern und neue Dienste im Bereich Compliance und Kreislaufwirtschaft ermöglichen.

Auf diese Weise lässt sich der Weg von den Daten zum geschäftlichen Nutzen einfach zusammenfassen:

Daten → Erkenntnisse → Dienstleistungen → Kundennutzen → Unternehmenswert.

Indem sie gemeinsam genutzte Daten in Lösungen umsetzen, die den tatsächlichen Kundenbedürfnissen entsprechen, können Hersteller und ihre Partner Mehrwert für ihre Kunden schaffen und gleichzeitig neue Umsatzmöglichkeiten erschließen, Geschäftsbeziehungen stärken sowie wettbewerbsfähigere, datengesteuerte Geschäftsmodelle aufbauen.

Kompetenzen für die Geschäftsmodelle von morgen

So wie sich Geschäftsmodelle weiterentwickeln, so entwickeln sich auch die dafür erforderlichen Kompetenzen weiter. Fachkräfte in der Fertigungsindustrie benötigen zunehmend Kompetenzen in folgenden Bereichen:

  • datengestützte Entscheidungsfindung;
  • digitale Geschäftsstrategie;
  • Wertschöpfung aus Daten;
  • Daten-Governance;
  • kollaborative Innovation;
  • Ökosystemdenken.

Die Entwicklung dieser Kompetenzen ist für Unternehmen, die in der digitalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben wollen, von entscheidender Bedeutung.

Mit VET4DATACOOPERATION in die Zukunft blicken

Die Zukunft der Fertigung wird nicht allein durch intelligentere Maschinen bestimmt, sondern durch eine intelligentere Zusammenarbeit.

Unternehmen, die es schaffen, den vertrauensvollen Datenaustausch in neue Dienstleistungen, stärkere Partnerschaften und innovative Geschäftsmodelle umzusetzen, werden im Wettbewerb einer zunehmend vernetzten Industrielandschaft besser aufgestellt sein.

Mit dem Projekt „VET4DATACOOPERATION“ möchten wir diesen Wandel unterstützen, indem wir Fachkräften in der Fertigungsindustrie das Wissen und die praktischen Fähigkeiten vermitteln, die erforderlich sind, um datengesteuerte Geschäftsmodelle, vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Chancen, die industrielle Datenräume bieten, zu verstehen.

Verfolgen Sie das Projekt „VET4DATACOOPERATION“, um weitere Einblicke, praktische Beispiele und Schulungsmaterialien zur Zukunft des vertrauenswürdigen Datenaustauschs in der Fertigungsindustrie zu erhalten.